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Der Wandel an Hochschulen – ein Spagat zwischen Innovation und harter Realität

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Jeden Herbst finden einige der für Unit4 wichtigsten Veranstaltungen im Hochschulbereich statt. Die beiden Kanzlertagungen der Fachhochschulen und Universitäten, die Herbsttagung der ZKI, sowie deren verschiedenen Arbeitskreise, und auch große Veranstaltungen wie die Campus Innovation sind Diskussionsforen für wichtige Themen aus dem Hochschulbereich, wie z. B. die Digitalisierung der Lehre und der Verwaltung.

Es ist uns sehr wichtig, bei diesen Veranstaltungen vor Ort vertreten zu sein, sowohl als Sponsor, wie auch als interessierte Zuhörer.

Die offenen, durchaus kontroversen, aber auch konstruktiven Diskussionen zeigen deutlich, wie wichtig Innovation für die Hochschulen ist. Die vielfältigen Ansprüche von Studierenden, Politik und Wirtschaft, die an die Hochschulen herangetragen werden, stehen dabei oft im Widerspruch zueinander.

Ist die Freiheit von Forschung und Lehre noch zeitgemäß? Macht sie Hochschulen „unregierbar“, wie der Tagesspiegel etwas polemisch fragte. Haben die Reformen der letzten Jahre mehr geschadet als genutzt? Was bedeutet der politisch gewollte Anstieg der Studierendenzahlen bei gleichzeitig stagnierender oder sogar sinkender Grundfinanzierung für die Qualität des Studiums?

Was bedeutet also Wandel für die Hochschulen und wie kann er erfolgreich gestaltet werden? Ist die Gremienkultur der Hochschulen nur Risiko oder auch Chance? Wie lassen sich gute Einzelprojekte in nachhaltige Strukturen umsetzen?

Für uns haben sich aus den Vorträgen, Workshops und Gesprächen folgende Punkte besonders herauskristallisiert:

Es findet eine zunehmende Bündelung der Kräfte statt, z. B. Kooperationen von Hochschulen miteinander oder mit Akteuren aus der Wirtschaft, sowohl regional, wie auch im Bundesland, deutschlandweit oder international.

Kompetenzzentren werden gebildet, um Ressourcen effizient einzusetzen und einen schnellen und breiten Austausch von Informationen und Knowhow sicherzustellen.

Die Politik ist gefordert, Wandel nachhaltig zu finanzieren, d. h. nicht nur Initialprojekte, sondern langfristig eine ausreichende Ausstattung mit Personal und Budget sicherzustellen.

Hochschulen sind Meister im Improvisieren, aber stoßen immer wieder an Grenzen, wenn z. B. bei Stellenbesetzungen die Tarifwirklichkeit des öffentlichen Dienstes auf die Gehaltserwartungen hochqualifizierter Mitarbeiter stößt.

Als Hersteller von ERP- und Campus-Management-Systemen drehen sich viele unserer Gespräche auf diesen Tagungen naturgemäß im Schwerpunkt um die Themenfelder Verwaltungsmodernisierung und die Erwartungshaltung heutiger Studierender in punkto digitaler Hochschule.

Die Einführung oder die Modernisierung eines ERP- oder Campus-Management-Systems bedeuten für jede Fachhochschule oder Universität einen großen Kraftakt. Eine gute Software-Lösung kann zwar immense Verbesserungen in kritischen Bereichen ermöglichen, aber das geschieht nicht von selbst.

Die Einführung einer neuen Software ist eben nicht Selbstzweck, sondern Endpunkt einer sorgfältigen Prozessanalyse, die die Institution vornehmen muss, um daraus abzuleiten inwieweit mit der bestehenden Prozesslandschaft die strategischen Ziele der Hochschule überhaupt noch umsetzbar sind.

Es gibt natürlich auch Beispiele, wo eine Software-Einführung als Chance gesehen wird, um interne Prozesse überhaupt auf den Prüfstand stellen zu können und Diskussionen über Sinnhaftigkeit eines neuen Prozesses mit den Worten „Mit der Software geht es einfach nicht anders“ schnell beendet werden. Aber diese Herangehensweise erzielt meist nur kurzfristig Erfolg.

Die Notwendigkeit des Wandels muss allen Beteiligten, egal ob Professoren, wissenschaftliche Mitarbeitern, IT-Verantwortlichen oder Personen mit Tätigkeit in der Verwaltung und natürlich Studierenden sinnvoll vermittelt werden. Gerade in den sehr heterogenen Strukturen der Hochschule ist sorgfältige Kommunikation und breite Einbindung des Personals in Reformprojekte von entscheidender Bedeutung.

Innovative Software-Lösungen können maßgeblich helfen, die strategischen Ziele einer Hochschule umzusetzen. Moderne, innovative Softwarelösungen bewirken deutliche Effizienzsteigerungen in der Verwaltung und in der Interaktion mit Studierenden. Mehr Effizienz liegt vor allem in der Ausweitung von Prozessautomatisierung, die den Hochschulmitarbeitern erlaubt, sich auf höherwertige Aufgaben zu konzentrieren.

Es stehen Hochschulen heute eine Fülle von technologischen Innovationen zur Verfügung. Doch eines ist klar – genutzt werden können sie nur, wenn die Hochschulleitung und alle Akteure an der Institution ein gemeinsames Verständnis für die Ziele haben, den Nutzen der Veränderung verstehen und in enger Kooperation gemeinsam an der Zielerreichung arbeiten.

 

Sehen Sie hier die Aufzeichnung des Vortrags von Olivier Paratte (Swiss Education Group) und Dr. Eva Kluth (Unit 4) im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltung von Campus Innovation 2016 und Konferenztag Digitalisierung von Lehren und Lernen am 18. November 2016.

 

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