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Routing statt Reasoning: Warum viele Ansätze für Enterprise KI Arbeit nur verschieben

Person working at a computer workstation in a modern office environment, with multiple monitors and a tablet on the desk.

In unserem ersten Artikel haben wir die Frage aufgeworfen, warum so viel KI in Dienstleistungsunternehmen im Kern nichts verändert. Die Antwort bringt eine einzige Aussage des CTO von Unit4 auf den Punkt, über die es sich nachzudenken lohnt, bevor Sie in ein weiteres Tool investieren:

„Die meiste KI, die heute in Unternehmenssoftware integriert wird, betreibt kein echtes Reasoning. Sie ist schlicht Routing mit besserer Sprache.“ (Claus Jepsen, Chief Technology Officer bei Unit4, Diginomica)²

Routing fühlt sich wie Intelligenz an, weil die Sprache flüssig ist. Aber eine Anfrage an die richtige Stelle weiterzuleiten ist nicht dasselbe wie fundiert abzuwägen, ob es überhaupt der richtige Schritt ist. In einem Dienstleistungsunternehmen ist genau dieser Unterschied erfolgskritisch: Eine Marge ist keine Aufgabe, die sich einfach weiterrouten lässt. Sie erfordert eine fundierte Beurteilung.

Eine Stufenleiter statt bloßer Etiketten

Jepsen beschreibt ein Stufenmodell, das den Kern des aktuellen KI-Marketings auf den Punkt bringt:

Workflow-Systeme leiten weiter. Semantische Systeme interpretieren. Reasoning-Systeme evaluieren.²

Jede Stufe schließt die vorherige mit ein. Ein Workflow-System bewegt Arbeit entlang eines vordefinierten Pfads. Ein semantisches System versteht genug vom Inhalt, um ihn zu interpretieren. Erst ein Reasoning-System bewertet: Es wägt Optionen ab, bezieht Unsicherheiten mit ein und gelangt zu einem fundierten, begründbaren Urteil. Die Evaluation ist die Sprosse, mit der Software endlich mit echtem Urteilsvermögen agieren kann, statt Aufgaben lediglich von einem Posteingang zum nächsten weiterzureichen.

Das meiste, was heute auf den Markt kommt, verharrt auf der ersten Sprosse und tarnt sich als die dritte. Solche Tools antworten schnell und selbstbewusst, lassen aber jede wirklich wichtige Entscheidung genau dort liegen, wo sie vorher war.

Warum dies bei Dienstleistungen entscheidender ist als fast überall sonst

Betrachten wir eine alltägliche Frage: Sollte ein bestimmter Projektaufwand abgeschrieben oder in Rechnung gestellt werden? Ein Routing-System findet die Zeiterfassung, formatiert sie und legt sie den zuständigen Partnern vor. Ein Reasoning-System hingegen kann die wirtschaftlichen Aspekte des Auftrags, die Kundenbeziehung, die Signalwirkung für die Zukunft und die Auswirkungen auf die Marge abwägen, eine Empfehlung aussprechen und die Herleitung transparent machen. Der eine Ansatz spart ein paar Minuten. Der andere schützt genau die Kennzahl, an der das Unternehmen gemessen wird.

Aus diesem Grund führt die Frage „Wie viele Agenten hat das System?“ Einkäufer in die Irre. Gartner geht davon aus, dass bis Ende 2026 in 40% der Unternehmensanwendungen aufgabenspezifische Agenten integriert sein werden. Gleichzeitig prognostiziert das Marktforschungsunternehmen jedoch, dass über 40% der agentischen KI-Projekte bis Ende 2027 abgebrochen werden, und warnt ausdrücklich vor „Agent-Washing“.³ Eine Vielzahl von Agenten, die Arbeit lediglich weiterverteilen, schafft keine höhere Effizienz. Die reine Anzahl sagt nichts über die tatsächliche Leistungsfähigkeit aus.

der agentischen KI-Projekte

werden bis Ende 2027 abgebrochen

Unabhängige Analysten beschreiben genau dieselbe Spaltung. Forrester unterscheidet in seiner Studie „Predictions 2026“ zwischen eng begrenzten, agentenähnlichen Helfern innerhalb bestehender Workflows und Systemen, die echtes Reasoning in den Mittelpunkt stellen. Das Institut erwartet, dass weniger als 15% der Unternehmen die bereits erworbenen agentischen Funktionen tatsächlich aktivieren.⁹ Einfach ausgedrückt: Das meiste, was als KI deklariert wird, beschränkt sich weiterhin auf reines Routing. Reasoning bleibt die Ausnahme. Und die Kundenseite preist das bereits ein: Laut Source Global Research kletterte die Unterstützung bei der effektiven Nutzung von KI innerhalb eines einzigen Jahres vom elften auf den ersten Platz der gefragtesten Beratungsleistungen.⁷ Flüssig formulierte Texte reichen eben nicht aus, wenn Kunden auf Ihr professionelles Urteilsvermögen vertrauen.

Der Ansatz von Unit4

ERPx wurde entwickelt, um auf der obersten Stufe dieser Leiter zu stehen. Die Plattform analysiert Ihre Daten direkt im spezifischen Kontext Ihres Unternehmens und nutzt dafür probabilistisches Reasoning statt starrer Regeln: Sie wägt Wahrscheinlichkeiten ab, berücksichtigt Unsicherheiten und kalibriert sich mit jedem Durchlauf neu. Bei hoher Verlässlichkeit schlägt das System Maßnahmen vor oder führt sie direkt aus. Bei geringer Verlässlichkeit leitet es die Entscheidung an die zuständige Person weiter und legt dabei die zugrundeliegenden Überlegungen offen. So bringen Mitarbeitende ihr Urteilsvermögen genau dann ein, wenn es wirklich gebraucht wird.

Das ist das genaue Gegenteil einer Sprachschicht, die nachträglich auf ein System aufgesetzt wurde, das ohnehin nur vergangene Ereignisse erfasst hat. Es handelt sich um eine auf echtem Kontext basierende Evaluation, die im Zentrum des nächsten Artikels steht.

Fazit

Bevor Sie einen Softwareanbieter fragen, wie leistungsfähig seine KI ist oder wie viele Agenten enthalten sind, fragen Sie nach der Position auf der Stufenleiter: Leitet das System nur weiter, interpretiert es oder bewertet es eigenständig? In Dienstleistungsunternehmen kann nur ein System, das wirklich evaluiert, Margen schützen. Und nur ein System, das seine Gedankengänge offenlegt, verdient das nötige Vertrauen dafür.

Der schnellste Weg, den Unterschied zwischen Routing und echtem Reasoning zu erkennen, ist der Praxistest mit den eigenen Unternehmensdaten. Wenn Sie bereits Kunde von Unit4 sind, können Sie unsere KI kostenfrei testen und den Unterschied selbst beurteilen, bevor Sie eine Investition tätigen: https://www.unit4.com/try-our-ai. Wenn Sie neu bei Unit4 sind, erfahren Sie mehr über die KI von Unit4 unter https://www.unit4.com/ai-native-erp.

Im nächsten Teil der Serie: Reasoning ist nur so gut wie das inhaltliche Verständnis dahinter. Wir zeigen, was nötig ist, damit KI die Sprache von Dienstleistungsunternehmen wirklich versteht.

Quellen

2. Claus Jepsen, Chief Technology Officer bei Unit4, „From routing to reasoning“, Diginomica.
3. Gartner, Prognosen zu Akzeptanz und Abbruch agentischer KI-Projekte, 2025.
7. Source Global Research, Analyse des Marktes für KI-bezogene Beratungsdienstleistungen, 2025.
9. Forrester, Leslie Joseph, Predictions 2026: Automation And Robotics, forrester.com, 2025.

Eine Stufenleiter statt bloßer Etiketten

Jepsen beschreibt ein Stufenmodell, das den Kern des aktuellen KI-Marketings auf den Punkt bringt:

Workflow-Systeme leiten weiter. Semantische Systeme interpretieren. Reasoning-Systeme evaluieren.²

Jede Stufe schließt die vorherige mit ein. Ein Workflow-System bewegt Arbeit entlang eines vordefinierten Pfads. Ein semantisches System versteht genug vom Inhalt, um ihn zu interpretieren. Erst ein Reasoning-System bewertet: Es wägt Optionen ab, bezieht Unsicherheiten mit ein und gelangt zu einem fundierten, begründbaren Urteil. Die Evaluation ist die Sprosse, mit der Software endlich mit echtem Urteilsvermögen agieren kann, statt Aufgaben lediglich von einem Posteingang zum nächsten weiterzureichen.

Das meiste, was heute auf den Markt kommt, verharrt auf der ersten Sprosse und tarnt sich als die dritte. Solche Tools antworten schnell und selbstbewusst, lassen aber jede wirklich wichtige Entscheidung genau dort liegen, wo sie vorher war.

Warum dies bei Dienstleistungen entscheidender ist als fast überall sonst

Betrachten wir eine alltägliche Frage: Sollte ein bestimmter Projektaufwand abgeschrieben oder in Rechnung gestellt werden? Ein Routing-System findet die Zeiterfassung, formatiert sie und legt sie den zuständigen Partnern vor. Ein Reasoning-System hingegen kann die wirtschaftlichen Aspekte des Auftrags, die Kundenbeziehung, die Signalwirkung für die Zukunft und die Auswirkungen auf die Marge abwägen, eine Empfehlung aussprechen und die Herleitung transparent machen. Der eine Ansatz spart ein paar Minuten. Der andere schützt genau die Kennzahl, an der das Unternehmen gemessen wird.

Aus diesem Grund führt die Frage „Wie viele Agenten hat das System?“ Einkäufer in die Irre. Gartner geht davon aus, dass bis Ende 2026 in 40% der Unternehmensanwendungen aufgabenspezifische Agenten integriert sein werden. Gleichzeitig prognostiziert das Marktforschungsunternehmen jedoch, dass über 40% der agentischen KI-Projekte bis Ende 2027 abgebrochen werden, und warnt ausdrücklich vor „Agent-Washing“.³ Eine Vielzahl von Agenten, die Arbeit lediglich weiterverteilen, schafft keine höhere Effizienz. Die reine Anzahl sagt nichts über die tatsächliche Leistungsfähigkeit aus.

Unabhängige Analysten beschreiben genau dieselbe Spaltung. Forrester unterscheidet in seiner Studie „Predictions 2026“ zwischen eng begrenzten, agentenähnlichen Helfern innerhalb bestehender Workflows und Systemen, die echtes Reasoning in den Mittelpunkt stellen. Das Institut erwartet, dass weniger als 15% der Unternehmen die bereits erworbenen agentischen Funktionen tatsächlich aktivieren.⁹ Einfach ausgedrückt: Das meiste, was als KI deklariert wird, beschränkt sich weiterhin auf reines Routing. Reasoning bleibt die Ausnahme. Und die Kundenseite preist das bereits ein: Laut Source Global Research kletterte die Unterstützung bei der effektiven Nutzung von KI innerhalb eines einzigen Jahres vom elften auf den ersten Platz der gefragtesten Beratungsleistungen.⁷ Flüssig formulierte Texte reichen eben nicht aus, wenn Kunden auf Ihr professionelles Urteilsvermögen vertrauen.

Der Ansatz von Unit4

ERPx wurde entwickelt, um auf der obersten Stufe dieser Leiter zu stehen. Die Plattform analysiert Ihre Daten direkt im spezifischen Kontext Ihres Unternehmens und nutzt dafür probabilistisches Reasoning statt starrer Regeln: Sie wägt Wahrscheinlichkeiten ab, berücksichtigt Unsicherheiten und kalibriert sich mit jedem Durchlauf neu. Bei hoher Verlässlichkeit schlägt das System Maßnahmen vor oder führt sie direkt aus. Bei geringer Verlässlichkeit leitet es die Entscheidung an die zuständige Person weiter und legt dabei die zugrundeliegenden Überlegungen offen. So bringen Mitarbeitende ihr Urteilsvermögen genau dann ein, wenn es wirklich gebraucht wird.

Das ist das genaue Gegenteil einer Sprachschicht, die nachträglich auf ein System aufgesetzt wurde, das ohnehin nur vergangene Ereignisse erfasst hat. Es handelt sich um eine auf echtem Kontext basierende Evaluation, die im Zentrum des nächsten Artikels steht.

Fazit

Bevor Sie einen Softwareanbieter fragen, wie leistungsfähig seine KI ist oder wie viele Agenten enthalten sind, fragen Sie nach der Position auf der Stufenleiter: Leitet das System nur weiter, interpretiert es oder bewertet es eigenständig? In Dienstleistungsunternehmen kann nur ein System, das wirklich evaluiert, Margen schützen. Und nur ein System, das seine Gedankengänge offenlegt, verdient das nötige Vertrauen dafür.

Der schnellste Weg, den Unterschied zwischen Routing und echtem Reasoning zu erkennen, ist der Praxistest mit den eigenen Unternehmensdaten. Wenn Sie bereits Kunde von Unit4 sind, können Sie unsere KI kostenfrei testen und den Unterschied selbst beurteilen, bevor Sie eine Investition tätigen: https://www.unit4.com/try-our-ai. Wenn Sie neu bei Unit4 sind, erfahren Sie mehr über die KI von Unit4 unter https://www.unit4.com/ai-native-erp.

Im nächsten Teil der Serie: Reasoning ist nur so gut wie das inhaltliche Verständnis dahinter. Wir zeigen, was nötig ist, damit KI die Sprache von Dienstleistungsunternehmen wirklich versteht.

Quellen

2. Claus Jepsen, Chief Technology Officer bei Unit4, „From routing to reasoning“, Diginomica.
3. Gartner, Prognosen zu Akzeptanz und Abbruch agentischer KI-Projekte, 2025.
7. Source Global Research, Analyse des Marktes für KI-bezogene Beratungsdienstleistungen, 2025.
9. Forrester, Leslie Joseph, Predictions 2026: Automation And Robotics, forrester.com, 2025.