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"Mut zur Transparenz" - Veranstaltung der Evangelischen Akademie Bad Boll

Veröffentlicht von  Karin MacComascaigh

Vom 5. bis 7. März 2018 trafen sich zum vierten Mal Vertreter der kirchlichen Hilfswerke zu gesellschaftspolitischen Diskussionen von Korruption und dem Ableiten von konkreten Handlungsplänen in der evangelischen Akademie Bad Boll.

Die Veranstaltung zum Thema „Mut zur Transparenz“ wird von der 2004 gegründeten Arbeitsgruppe Kirchliche Entwicklungszusammenarbeit von Transparency International Deutschland e.V. seit 2009 in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Bad Boll durchgeführt. Konkrete Maßnahmen gegen Korruption werden besprochen, analysiert und sinnvolle Handlungsweisen erarbeitet.

Dabei geht es in erster Linie nicht um die finanzielle Transparenz zu den Spendern und den gesetzlichen Anforderungen, sondern vielmehr um die Korruption in den einzelnen (I)NGOs.

Zunächst wurde die Frage geklärt, was Korruption bedeutet. Transparency International definiert Korruption als „Missbrauch von anvertrauter Macht zum privaten Vorteil“. Anschließend wurde lebhaft darüber diskutiert, ob wir Korruption ganz verhindern könnten – und falls ja, wie? Das erarbeitete Gesamtkonzept zeigte auf, dass eine Korruptionsbekämpfung nur durch die Interaktion und Integration verschiedener Ebenen stattfinden kann. Auch stellte sich heraus, dass übergreifend gehandelt werden muss, um eine Transparenz bei den Beteiligten zu erreichen – Mitarbeiter werden durch Schulungen sensibilisiert; das Management wird sowohl in der eigenen Organisationseinheit als auch beim Partner mit eingebunden. Besonders in Krisengebieten, in denen Hilfsorganisationen tätig sind, kommt es zu verschiedenen Ausprägungen von Korruption.

In der Mittelverwendung wird mehr Transparenz gegenüber den Spendern und der Öffentlichkeit gefordert. Transparenz zur Korruptionsbekämpfung sollte nicht separat, sondern im Kontext der gesamten Wertschöpfungskette der Mittelverwendung betrachtet werden. Das führt zu einer sehr komplexen und vielschichtigen Betrachtung der Themen.

Es ist klar, dass nicht alle Arten der Korruption in einer Konferenz bekämpft werden können. Doch die Weichen sind gestellt, um in Zukunft schneller, effizienter und effektiver darauf einzugehen. Die Tagungsreihe „Mut zur Transparenz“ wird fortgesetzt. Bei der nächsten Tagung werden voraussichtlich die bereits umgesetzten Maßnahmen und ihre Ergebnisse präsentiert und diskutiert.

Karin MacComascaigh

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