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Ist Work-Life-Balance noch modern?

Veröffentlicht von  Steffanie Schweiggart

Was heißt Work-Life-Balance eigentlich? Der Begriff steht für einen Zustand, in dem Arbeits- und Privatleben miteinander in Einklang stehen. Die Begriffsbildung Work-Life-Balance stammt aus dem Englischen: Arbeit (work), Leben (life), Gleichgewicht (balance) [Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Work-Life-Balance].

Soweit also die Theorie. Wie ist das heute in der Praxis? In einer Zeit, in der wir durch modernste Technik quasi 24/7 erreichbar sind, ständig an unseren Mobiltelefonen hängen oder uns mit Siri und Alexa über das Wetter unterhalten und „Netflix&Chill“ ein ernsthaftes Hobby ist? Wo fängt die Work-Life-Balance an und wo hört sie auf? Und ist sie heute überhaupt noch zeitgemäß?

Aus heutiger Sicht verstehen wir darunter mehr oder weniger die Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort. Man will Mitarbeitern die Möglichkeit geben, den Beruf und das Privatleben vernünftig unter einen Hut zu bringen. Aber ist dieses System wirklich immer die Lösung für die sogenannte Generation Y oder gar ein Ansatz für Jedermann?

Jein! Zum einen sollte eine Work-Life-Balance bzw. die Erwartungshaltung an Arbeitgeber nicht immer für selbstverständlich gehalten werden. Es ist meiner Meinung nach kein einseitiges Zugeständnis, denn auch Mitarbeiter sollten die nötige Einstellung in Sachen Disziplin sowie Zeit- und Selbstmanagement mitbringen, damit der Beruf nicht zu etwas verkommt, das man mal kurz zwischen Schreibtisch, See oder Biergarten macht. Sicherlich gibt es auch Mitarbeiter, bei denen man einschreiten muss, nämlich dann, wenn diese die verschwommenen Grenzen der Work-Life-Balance nicht mehr ziehen können und nonstop arbeiten und erreichbar sind und zu jeder Uhrzeit auf E-Mails reagieren. Die goldene Mitte zwischen „Ich lebe um zu arbeiten“ und „Ich arbeite um zu leben“ ist manches Mal nah beieinander und bedarf beidseitiger Disziplin und Respekt für die Bedürfnisse des jeweils anderen.

Aber wie gehen wir als Unternehmen mit dem Bedürfnis eines Mitarbeiters um, der gerne und viel joggt und morgens sein Leistungshoch hat? Wie gehen wir mit einem Mitarbeiter um, der gerne um 15:00 Uhr nach Hause fährt, weil der tägliche Heimweg abends durch Staus gut und gerne eine Stunde dauert, er aber dann zu Hause noch zwei Stunden arbeitet? Oder wie gehen wir mit jemandem um, der eher abends sein Kreativ-Hoch hat, während die Anderen schon beim 20:15-Uhr-Spielfilm auf der häuslichen Couch sitzen? Als Unternehmen sind wir hier sehr tolerant und flexibel, zumal die modernste Technik „Home-Office“ immer leichter macht und flexible Arbeitszeiten die Antwort auf eine flexible Umwelt sind.

Ich selbst schätze genau diese genannte Flexibilität ungemein. Als „Early Bird“ bin ich zumeist gegen 07:00 Uhr im Büro, habe aber selten die Motivation, abends noch Laufen zu gehen. Zu müde, Hunger, zu warm im Sommer oder zu dunkel im Winter, Haushalt, Freunde und Familie – die üblichen „inneren Schweinehunde“, die da eben lauern. Morgens ist genau meine Zeit, also gehe ich ein-, zweimal unter der Woche morgens laufen und plane mir meine Tage und meinen Kalender entsprechend ein. Morgens zu laufen macht meinen Kopf frei und gibt mir die nötige Energie für den Tag. Ich beginne den beruflichen Tag dann meist im Home-Office und fahre nach dem größten Berufsverkehr ins Büro, denn wer steht schon gerne im Stau und verschwendet seine kostbare Zeit?

Und ist es nicht genau das, was man sich als Arbeitgeber wünscht? Mitarbeiter, die ihre persönlichen Bedürfnisse in Einklang mit den Erfordernissen des geschäftlichen Alltags bringen und dabei zufrieden und motiviert im Job sind? Ich denke, ja! Auch in Hinblick auf die zunehmenden psychischen Erkrankungen in der Bevölkerung könnte genau diese Stellschraube der Flexibilität einen Unterschied machen.

Generell glaube ich allerdings nicht, dass Work-Life-Balance als Ganzes in seiner Definition den Nagel der heutigen Zeit noch auf den Kopf trifft. Die Grenzen sind mittlerweile so verschwommen, dass man gar keine klare und abgrenzbare Balance mehr aufzeichnen kann. Es ist doch vielmehr die Möglichkeit, seinen Arbeitsort und seine Arbeitszeit eigenverantwortlich und unbürokratisch zu planen: Flexibilität und Freiheit also! Das Ganze natürlich im Rahmen des Machbaren und der Aufgaben innerhalb des Unternehmens.

Als HR Manager werde ich in Vorstellungsgesprächen immer wieder nach den Möglichkeiten von Home-Office, flexiblen Arbeitszeiten und Vertrauensarbeitszeit gefragt. Daher finde ich es wichtiger denn je, ein praktikables Model zu haben und praxisnah aufzeigen zu können.

Wenn Sie im Übrigen auf der Suche nach einer neuen Herausforderung sind, dann schauen Sie sich gerne unter www.careers.unit4.com unsere derzeitigen Career Opportunities an.

Steffanie Schweiggart

Steffanie Schweiggart

Steffanie Schweiggart ist seit 2012 bei Unit4 tätig und seit September 2013 als HR Manager DACH für den HR-Bereich verantwortlich.

Im Anschluss an ihre kaufmännische Ausbildung übernahm sie verschiedene Positionen im Personalbereich und war unter anderem in der Dienstleistungs-, Maschinenbau- und Ingenieurbranche tätig.

In ihrer Rolle als HR Manager ist sie zentrale Ansprechpartnerin für alle personellen Anliegen sowie für unsere potentiellen neuen Mitarbeiter.

Auf unserer kununu Untehmensseite finden Sie alle wichtigen Infos zu Unit4 als Arbeitgeber und informative Tipps für Ihre Bewerbung.

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