Szenarioplanung in der Finanzplanung und Analyse
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Szenarioplanung in der Finanzplanung und Analyse

von  August 9, 2022 | 4Minuten Lesezeit

Die Finanzplanung umfasst die effektive Bestimmung und zeitliche Planung zukünftiger Ressourceneinsätze. Doch wie gelingt Ihnen das, ohne das Wesentliche aus den Augen zu verlieren?

Szenarioplanung: ein Tool für strategisches Denken

Szenarioplanung kommt im Bereich Finanzplanung und Analyse zum Einsatz. Unternehmen können damit unterschiedliche Möglichkeiten durchspielen, um sich so besser auf unsichere Zeiten vorzubereiten. Selbst die besten Forecasts können fehlerhaft sein und die tatsächlichen Ergebnisse weichen dann von den erwarteten Zahlen ab.

Anstatt ihre Pläne auf einen festen Satz von Forecast-Zahlen zu stützen, können Unternehmen einen variablen Ansatz verfolgen, indem sie eine Vielzahl von Ergebnissen in Betracht ziehen und diesen Wahrscheinlichkeiten zuweisen. Auf diese Weise bleiben Unternehmen zukunftsorientiert und können agiler auf Änderungen reagieren. Denn Bedingungen können sich jederzeit ändern.

Was ist Szenarioplanung im strategischen Management?

Statt einfach nur mögliche Szenarien zu entwerfen, empfiehlt es sich, zu simulieren, welche Auswirkungen sich ändernde Annahmen und Einflussfaktoren auf bestimmte Ergebnisse haben können. So erhält das Unternehmen quasi einen Blick auf die künftige Realität, noch bevor diese überhaupt Wirklichkeit geworden ist. Die Durchführung einer Szenarioplanung ist sinnvoll, damit Unternehmen die mögliche Richtung in Betracht ziehen können, in die es sich entwickeln wird. Genauso wichtig ist es jedoch, die Veränderungen effektiv nachzuverfolgen.

Durch die Verfolgung der laufenden Performance lässt sich eher vorhersehen, welcher der simulierten Fälle Realität werden kann. Dadurch weiß das Unternehmen, wie es derzeit aufgestellt ist und ob es sich noch immer auf Kurs befindet oder Änderungen vornehmen muss. Die agilsten Unternehmen können ihre Szenarioplanung sogar in Echtzeit anpassen, wenn sich die Umstände ändern.

Die Szenarioplanung dient verschiedenen Zwecken

Der Kern der Szenarioplanung ist immer derselbe, ganz egal, ob Sie für einen Konzern oder für Ihre privaten Finanzen planen. Im Kontext der privaten Finanzen wenden viele von uns möglicherweise Szenarioplanung an, um die spätere Rente zu berechnen. Anstatt nur einen Datensatz wie die durchschnittliche Jahresrendite zu berücksichtigen, ermöglicht uns die Szenarioplanung, alle Schlüsselelemente in den Forecast einfließen zu lassen.

Beispielsweise könnten wir ein aggressives Szenario erstellen: mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 16 %, einer Standardabweichung von 0,21, einer jährlichen Investition von 30.000 USD und einer Laufzeit von 30 Jahren bis zur Rente. Alternativ können wir ein eher konservatives Szenario simulieren: mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 8 %, einer Standardabweichung von 0,10, einer jährlichen Investition von 35.000 USD und einer Laufzeit von 35 Jahren bis zur Rente.

Um bestmöglich für die Zukunft zu planen, ist es wichtig, dass wir stets in der Lage sind, schnell und problemlos von einem zum anderen Szenario zu wechseln. Ziehen wir als Privatanleger die konservative Simulation vor, können wir unsere Anlagestrategie entsprechend anpassen, um unsere Ziele zu erreichen. Im Laufe der Zeit mögen sich unsere Umstände ändern. Dann können wir neue Szenarien erstellen und unsere Strategie auf dieser Grundlage anpassen.

Und wie funktioniert Szenarioplanung im geschäftlichen Kontext?

Sehr ähnlich wie für Privatpersonen. Insbesondere für die Analyse der Investitionen eignet sich die Szenarioplanung hervorragend. Capex-Forecasts sind von Natur aus schwierig, da zu ermitteln ist, wie sich kurzfristige Investitionen in Vermögenswerte in langfristige, noch zu realisierende Vorteile verwandeln.

Mittels Szenarioplanung können Organisationen nicht nur beurteilen, wie potenzielle Projekte geplant werden, sondern auch, wie sie sich auf Finanzfaktoren wie Liquidität und Kapitalrendite auswirken. Es sollten verschiedene Forecasts erstellt werden, die den Vergleich von „Was wäre, wenn“-Szenarien ermöglichen und die potenziellen Ergebnisse visualisieren, bevor Unternehmen große Summen investieren.

Beispielsweise kann ein Unternehmen so die Entwicklung und Wartung eines ERP-Systems besser in Betracht ziehen, das 1,75 Millionen US-Dollar kostet und jährliche Zusatzkosten für Recruiting, Marketing, Kundensupport und andere Verwaltungsaufgaben mit sich bringt, die je nach betrachtetem Szenario insgesamt zwischen 223.000 und 556.000 US-Dollar variieren. Der inkrementelle Bruttogewinn liegt hingegen je nach betrachtetem Szenario zwischen 302.000 und 688.000 US-Dollar. Ihre Entscheidung, in das ERP-System zu investieren, wird letztlich davon abhängen, welches Szenario Ihrer Meinung nach am realistischsten ist.

Wie bei der Sensitivitätsanalyse sollte Ihre Szenarioplanung Wahrscheinlichkeiten für jedes mögliche Szenario berücksichtigen. Wenn wir im obigen Beispiel drei Szenarien in Betracht ziehen, nämlich Best Case, Base Case und Worst Case, sollten wir uns sorgfältig überlegen, welcher der Fälle am wahrscheinlichsten und welcher am wenigsten wahrscheinlich ist.

Nehmen wir an, dass der Best Case zu 50 % wahrscheinlich ist, der Base Case zu 30 % und der Worst Case zu 20 %. In diesem Fall werden wir uns eher für die Investition entscheiden. Indem wir Szenariowahrscheinlichkeiten abwägen, verleihen wir unseren Forecasts – und letztlich auch unseren Entscheidungen – ein gewisses Maß an Zuverlässigkeit. Ähnlich wie bei einer Sensitivitätsanalyse sollten wir darüber nachdenken, wie wir das Risiko effektiver mindern können, indem wir uns auf die wichtigsten Einzelfaktoren konzentrieren.

Annahmen vs. Tatsachen

Ein Unternehmen, das Entscheidungen ohne Szenarioplanung trifft, stützt sich auf eine begrenzte Anzahl von Annahmen und setzt sich so unnötigen Risiken aus. Ein Unternehmen, das mit Szenarienplanung arbeitet, ist hingegen in der Lage, schnell zu handeln.

Insbesondere börsennotierte Gesellschaften und Private-Equity-Unternehmen sollten sich vor dem Druck der Gewinnerwartungen in Acht nehmen. Denn diese basieren in der Regel auf Erwartungen und nicht auf simulierten potenziellen Szenarien. Trotz des externen Drucks sollten Unternehmen die Szenarioplanung nicht nur für Gewinnschätzungen anwenden.

Darüber hinaus können Unternehmen, die mit steigender Zuverlässigkeit Szenarien planen, ihre Planungszyklen verkürzen – ein unvorhergesehener Vorteil dieser Methode.

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Carl Seidman

Carl Seidman

Carl Seidman ist ein erfahrener Berater, der sich auf Finanzstrategie und Unternehmenstransformation spezialisiert hat. He has dedicated his career to guiding healthy companies through strategic growth

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